Kalträuchern statt kalter Entzug vom Grill – so kannst du auch bei Minusgraden kalträuchern

Kalträuchern ist ein Räucherprozess, der dir ein ganz besonderes Aroma bietet – doch so niedrig die Temperaturen hierbei auch sein müssen, alles hat seien Grenzen. Und wenn sich draußen ein wildes Schneegestöber breit macht, der Wind peitscht und die Temperaturen unter Null fallen, ist die Saison zum Räuchern vorbei. Oder etwa nicht?
Mit unseren Tipps zum Kalträuchern im Winter kannst du selbst dem St. Nikolaus noch eine Räucherspezialität bereiten.

Keine Angst vor der Kälte – Kalträuchern bei Minusgraden

Erster Schritt zum Kalträuchern im Winter: zieh dich warm an. Denn nicht nur dein Smoker muss den Temperaturen trotzen, sondern auch du. Und weil du im Winter ein bisschen mehr Kohle nachlegen musst, solltest du dich auch entsprechend vorbereiten.

Das mag banal klingen, aber Kalträuchern bei Minusgraden ist doch deutlich einfacher, wenn du ein dickes Jäckchen und Handschuhe trägst.
Mit diesem gut gemeinten, mütterlichen Ratschlag aus dem Weg ist es als nächstes an der Zeit, deinen Smoker in Augenschein zu nehmen. Zunächst einmal ist nicht jeder Smoker gleich gut geeignet, um auch im Winter durchgängiges Kalträuchern zu ermöglichen. Die Isolation ist dabei der entscheidende Punkt, denn die Fähigkeit deines Smokers, die Temperatur konstant zu halten, wird den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg machen.

Die Faustregel dabei besagt: je dünner die Wände deines Smokers sind, desto schwieriger wird das Kalträuchern bei Minusgraden dir fallen. Das wirst du bereits beim Entfachen feststellen, vor allem aber beim Räucherprozess. Denn hier verlieren diese dünnwandigen Smoker so schnell Temperatur, dass du schlichtweg Probleme bekommen wirst.
Smoker mit dickeren Wänden und größerer Isolation sind besser zum Kalträuchern im Winter geeignet, am einfachsten machst du es dir mit einem Gassmoker. Denn hier kannst du die Temperatur am besten steuern und kontrollieren.

Dünne Wände, kein Problem: DIY-Methoden zum Isolieren

Nur weil dein Smoker dünne Wände hat, ist das aber noch kein Grund, das Kalträuchern bei Minusgraden gleich ganz abzuschreiben. Denn eine Isolation kannst du dir auch basteln und das vergleichsweise leicht. Denn dicht anliegen muss der Temperaturschutz nicht, bereits einfache Mittel wie Schweißerdecken oder ein oben offenes Iglu aus angelehnten Grobspanplatten können für dein Kalträuchervergnügen vollkommen ausreichen.

Pflicht ist eine Überdachung immer dann, wenn es schneit. Das kann aber schon ein einfaches Überdach sein, auch hier ist nicht viel Aufwand nötig. Im Zweifelsfall helfen bereits die Decken aus dem Erste-Hilfe-Set des Autos, nur solltest du diese anschließend ersetzen. Das Wichtigste an der Isolierung ist, dass die vom Smoker ausgehende Wärme im Inneren gehalten wird – da aber durch die glimmenden Kohlen beständig Wärme nachkommt, muss die Isolation eben nicht allzu dicht sein.

Auch schlecht improvisierte Außenwände (in Form von beispielsweise aufgestellten MDF-Platten können dir gegebenenfalls hilfreich zur Seite stehen. Denn so wie die Überdachung vor Schneefall und Hagel schützt, bist du so vor dem peitschenden Wind sicher.

Mehr ist mehr – das gilt auch für die Kohlen

So wie du bei kalten Temperaturen daheim mehr heizt, musst du auch in deinem Smoker beim Kalträuchern im Winter mehr Kohlen nutzen, mehr Holzpellets oder entsprechend mehr Gas. Dieser höhere Treibstoffverbrauch rührt daher, dass der Smoker schlichtweg länger braucht, um auf Temperatur zu kommen und die entstehende Hitze schneller an die Umgebung abgegeben wird.

Außerdem solltest du dich darauf vorbereiten, Holzpellets und Kohlen in regelmäßigeren Abständen nachzulegen. Wie oft genau, hängt natürlich von der genauen Außentemperatur ab. Im Zweifelsfall hilft hier eine präzise Temperaturüberwachung.

Um diese Temperatur beim Kalträuchern im Winter aber auch wirklich sicher im Smoker zu halten, solltest du diesen im Idealfall nicht öffnen. Bedenke die Faustregel, dass fünf Minuten aufs Fleisch gucken selbst unter Idealbedingungen eine um 15-20 Minuten längere Grillzeit bedeuten. Im Winter ist das nicht nur extremer, sondern Schnee oder Nieselregen können dir das Kalträuchern bei Minusgraden auch gleich ganz ruinieren.

Die Basics – so gelingt Kalträuchern im Winter

Nur zur Sicherheit sei dir an dieser Stelle noch einmal gesagt: beim Kalträuchern im Winter musst du viel am Smoker arbeiten. Entsprechend muss deine Arbeitsfläche schneefrei sein. Das hilft nicht nur dir beim sicheren Schreiten, sondern sorgt auch dafür, dass dein Smoker die Temperatur besser bei sich halten kann.

Grundsätzlich ist Kalträuchern im Winter durchaus möglich, allerdings solltest du dabei besonders umsichtig sein. Halte den Smoker unter allen Umständen frostfrei und mit ausreichend Kohle, Pellets und natürlich dem zeitlichen Mehraufwand steht auch dem Smoken im Winter nichts mehr im Wege.